Burschengesellschaft Heddesdorf e.V. - Pfingstreiter
Burschengesellschaft Heddesdorf e.V. - Pfingstreiter

Originale

Mit den nachfolgenden Bildpräsentationen möchten wir Heddesdorfer Bürger vorstellen, die leider bereits verstorben sind und die der Volksmund als Originale bezeichnet. Viel Spaß dabei!

 



Schmeling

Walter Ahlbach

 

(Friseur im eigenen Salon neben der Gaststätte Bürgerhaus in der Grabenstraße)

 

Warum der Spitzname "Schmeling" fragt sich wohl jeder, der die Vorgeschichte nicht kennt.

 

Der ideenreiche Gastwirt "Schneidersch Wilhelm" bewirtete die Gaststätte "Kroog" (heute Schneiders Dorfkrooch) in der Peter-Siemeister-Straße/ Ecke Pützgasse. Schneidersch Wilhelm stellte die Gasträume den jungen Leuten in Heddesdorf zum Aufenthalt kostenfrei zu Verfügung. In Zeiten, in denen die Gaststätte nicht so gut lief, kam man auf die Idee einen "Gag" zu bringen. Vorgenannter Wirt machte den Vorschlag einen Boxkampf als Schaukampf mit Boxringaufbau und Schiedsrichter in der Gaststätte auszutragen.

 

Dieser Vorschlag kam damals sehr gut an, da das Boxidol "Max Schmeling" in aller Munde war. Jetzt mussten nur noch die beiden Gegner gefunden werden. Nach heißen Diskussionen wurde der "Ahlbachs Waller" (Walter Ahlbach) und der "Abbu" (Adolf Loosen) als Boxer ausgewählt. Abbu sollte den schwarzen Boxer Joe Luis darstellen. Dementsprechend wurde er mit Schuhcreme schwarz angemalt. Aus Ahlbachs Waller einen Boxer herzurichten war dagegen beschwerlicher, denn e war alles andere als ein Athlet. Zudem trug er noch eine große mithin auch entsprechend starke Brille. Waller ließ sich aber auf keine Debatten ein und der "Kampf" SCHMELING vs. JOE LUIS wurde angesagt. Wie der Wirt vorhergesagt hatte, fanden sich viele Zuschauer in seiner Gaststätte ein, denn beide Kontrahenten waren ja über die Grenzen Heddesdorf hinaus bekannt. Natürlich hatte man ausgemacht, die gegenseitigen Schläge nur anzudeuten. Das war aber ein Trugschluss. Denn im Eifer des Gefechtes kam der ein oder andere Schlag schmerzhaft durch. Die Sache artete dann in eine richtige Keilerei aus. Gott sei Dank trugen beide richtige Boxhandschuhe. Der Wirt und die Helfer brachten die beiden dann auseinander und später versöhnten sie sich wieder. Dem Publikum war das aber gar nicht so recht, denn ihnen hatte die Schlägerei gefallen. Seit dieser Zeit wurde der Ahlbachs Waller auch Schmeling gerufen.

Hühnermann

Fritz Miess

 

(wohnhaft gewesen: Beringstraße neben der Firma Arnold Georg)

 

Der „Mieesse Fritz“ oder „Hühnermann“ wie er auch genannt wurde, hat ebenfalls ein Stück Heddesdorfer Geschichte geschrieben und man erzählt sich noch heute den einen oder anderen Schwank von ihm. Leider gibt es nicht mehr allzu viele Menschen die ihn kannten. Der Autor dieser Reihe „Heddesdorfer Originale“, Herr Richard Lötsch, kannte ihn jedoch recht gut. „Miesse Fritz“ war als Kollege und Mensch sehr geschätzt; so auch in den Vereinen, in denen er Mitglied war, insbesondere im Schäferhundeverein. Dort gab er bei der Hundedressur oftmals Hilfestellung. Das damalige Übungsgelände befand sich in unmittelbarerer Nähe seiner Wohnung. Auch der „Miesse Fritz“ war Mitglied im legendären Industrieclub, über den in dieser Reihe noch zu berichten sein wird.

Leider keine Bilddatei existent

Peter Herschbach

 

Peter Herschbach, Landratsgarten (Haus von Runkel)

 

Der "Herschbachs Pitter" stammte aus der Dynastie Herschbach, das vor langer Zeit das von ihnen erbaute Haus „Herschbachs Villa“, auf der linken Seite der Dierdorfer Straße, oberhalb der Verkehrsampel der Umgehungsstraße, erbaut hatte.

 

Der Reichtum der Familie muss wohl zu Ende gegangen sein, denn nach dem Krieg wohnte der Pitter in der Remise des Landratsgartens und hatte dort sein Gefährt und ein Pferd untergestellt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt in dem er Personen und Sachen vom Rheinufer abholte, denn zu dieser Zeit gab es keine intakte Rheinbrücke und der Personen - und Warenverkehr wurde mit dem Überfahrtbötchen getätigt. Obwohl ein Eigenbrötler, war er durch seine Tätigkeiten bekannt und relativ beliebt. Die Pfingstreiter mochten ihn, denn sie wurden bei den Brauereibesuchen nach Pfingsten von ihm kostenlos nach Heddesdorf gefahren. Als die Lage sich nach dem Krieg und der anschließenden Währungsreform wieder normalisierte, zog er ganz von Heddesdorf weg, angeblich in die Eifel oder an die Mosel. In der vorgenannten Remise befindet sich heute die Gastronomie „König Im Landratsgarten“!



Sippi

Siegfried Schuh


(wohnhaft gewesen: Grabenstraße „Ahl Schull“, später „von-Runkel-Platz“, Heddesdorf)

 

„Sippi“, wie ihn die Leute riefen, war ebenfalls lange Jahre „Rasselsteiner“ und arbeitete später bei der Firma Rhenania. In seiner Eigenschaft als „alter“ SPD-Kommunalpolitiker war er auch Jahrzehnte lang Mitglied im Neuwieder Stadtrat, wo er mit Engagement und Leidenschaft die Heddesdorfer Interessen vertrat. „Sippi“ hatte immer und überall ein offenes Ohr für jeden und insbesondere für den so genannten kleinen Mann. Er vergaß nie seine Wurzeln. Als gebürtiger Heddesdorfer war es klar, dass auch er bei den Pfingstreitern war und sich bis zuletzt engagierte.

 

Ebenso klar war es, dass er als „Rasselsteiner“ dem damaligen Industrieclub angehörte.

Gesellig, wie „Sippi“ nun einmal war, gehörte er auch verschiedenen Heddesdorfer Vereinen an. Sein Lieblingsverein war die Rauchgesellschaft „Nie Gedacht“; ein Bruderverein des Älteren-Tabaks-Collegium Heddesdorf (ÄTC). Später machte er die Arbeiterwohlfahrt Heddesdorf zu seinem Lebenswerk. Mit dem Aufbau der Altentagesstätte Heddesdorf in der alten Schule (bzw. Kindergarten), Ecke Junkerstasse / Nagelgasse fand sein Werk den krönenden Abschluss. Diese Begegnungsstätte wird heute nach wie vor vorwiegend von den älteren Heddesdorfern besucht und erfreut sich stetiger Beliebtheit. Diese Altentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt Heddesdorf trägt zu Ehren von Siegfried Schuh den Namen „Haus Sippi“.

„Sippi“ wird den alten Heddesdorfern wohl immer in guter Erinnerung bleiben. Leider ist „Sippi“ viel zu früh von uns gegangen!

Wittlichs Abbi

Alfred Wittlich

 

(wohnhaft gewesen: Schmandstraße, Heddesdorf)

 

Der „Abbi“ wie er fast überall gerufen wurde, war nicht nur über die Grenzen der Stadt Neuwied, sondern auch im Ausland bekannt. Nachdem er von seinem Vater die Schreinerei übernommen und den Betrieb einige Zeit geführt hatte, musste er die Schreinerei aus gesundheitlichen Gründen schließen.

 

Die Schreinereiräumlichkeiten baute er in eine Schankwirtschaft um. „Abbi“ sammelte so allerlei Antikes und Traditionsträchtiges. Diese Sammlung stellte er in seiner Wirtschaft aus und so dauerte es nicht lange, bis aus der Wirtschaft das weithin bekannte Heddesdorfer Museumsstübchen wurde. Da er früher selbst ein Pfingstreiter war, konnte er aus seiner Zeit so manches Anekdötchen erzählen. „Abbi“ war ein sehr unterhaltsamer Zeitgenosse und so kam es, dass das Museumsstübchen regen Zuspruch erfuhr. Oftmals wurden die Heddesdorfer auf der Straße von fremden und auch fremdsprachigen Menschen nach dem Museumsstübchen gefragt.

 

Wenn man sich „Abbi’s“ Gästebuch ansah, kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus, wer sich dort alles eingetragen hatte. Nach einigen Jahren musste er der Gesundheit wegen auch diese Tätigkeit aufgeben und nicht allzu lange Zeit danach verstarb er. Das Anwesen wurde von „Abbi’s“ Frau Uschi verkauft, da sie das „Stübchen“ auch nicht mehr weiterführen konnte. So kam es, dass das Heddesdorfer Museumsstübchen leider aufgelöst wurde. Heute ist das Anwesen wieder ein ganz normales Wohnhaus und es gibt keinerlei Anzeichen mehr dafür, dass dort ein wenig Heddesdorfer Geschichte geschrieben wurde.

 



Vogtmanns Zigga

Willi Vogtmann

 

(wohnhaft gewesen: Grabenstraße, Heddesdorf)

 

„De Zigga“, wie man über Willi Vogtmann in Heddesdorf sagte, war salopp ausgedrückt eine recht „ulkige Nudel“. Recht klein gewachsen, verschaffte er sich in Diskussionen gesten – und wortreich Respekt. Sein Markenzeichen war die Zigarre und oftmals eine Pfeife, deren Qualm er preisgünstiger als den der Zigarre inhalieren konnte. „De Zigga“ war immer zu Späßen aufgelegt und in der Gesellschaft wurde es nie langweilig, wenn er dabei war. Im Kreise des Älteren-Tabaks-Collegium (ÄTC) schmunzelt man nach heute, wenn das Gespräch auf seine in Versammlungen vorgetragenen, temperamentvollen Wortmeldungen kommt.

Willi Vogtmann war, wie viele andere auch ein „Rasselsteiner“ und zudem war auch er Mitglied im Industrieclub.

Biewersch Pitter

Peter Bieber

 

(wohnhaft gewesen: Im Ahlen, Heddesdorf   - Landwirt -)

 

Der „Biewersch Pitter“ war weithin als Pferdeliebhaber bekannt und hatte bis zuletzt noch ein Pferd, das er liebevoll pflegte. Er war als Heddedorfer Jung naturgemäß bei den Pfingstreitern und zwar in der Zeit nach dem Kriege. Wie üblich schied er dann nach seiner Heirat aus dem Kreis der Pfingstreiter aus, stand den Pfingstreitern aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.

 

Da er immer sehr stolz zu Pferde saß hatte man für ihn folgenden Spruch parat:

 

„Prinz Eugen, der edle Ritter, fiel vom Pärd, wie Biewersch Pitter.“

 

Die Aufnahme hier entstand im Jahr 1948. Sieger des Wettrittes war damals Friedrich Nink. Die Herren in der vorderen Front waren v.l.n.r.:

 

Fritz Runkel, Werner Rockenfeller, Peter Bieber, Norbert Petry und Wilfried Britz.

Die Aufnahme entstand beim Einzug der Pfingstreiter in den Landratsgarten.

 

 

 

Sannersch Fretz

Fritz Sanner

 

(wohnhaft gewesen: Schmandstraße 9, Heddesdorf)

 

Der "Sannersch Fretz" war Jahrgang 1915 und wohnte früher in der Grabenstraße (ehemalige Kohlenhandlung von „Müllers Schorsch“; heute Familie Ehlen, Grabenstraße 3). Später erwarb sein Vater das Haus Schmandstraße 9. Fritz war gelernter Buchdrucker und früher ebenfalls Mitglied im Industrie-Club. Während des letzten Weltkrieges wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war an vielen Kriegsfronten „zu Hause“. Als Bursche war er auch Pfingstreiter und ihm gelang der Sieg des Wettrittes 1939. Bis zu seinem Tod war er noch passives Mitglied in der Burschengesellschaft Heddesdorf e.V. (Pfingstreiter). Dabei erzählte er der Jugend seine „Anekdötchen“ und „Histörchen“, die auch in der Rhein-Zeitung veröffentlicht wurden.

 

Nach dem Krieg ging Fritz zur Polizei und wurde später Kriminalbeamter. Bei seiner Dienstausübung erlebte er nicht nur schöne Stunden sondern auch lebensgefährliche Momente, wobei man ihn sogar einmal ermorden wollte. Trotz allem war Fritz immer zu Scherzen aufgelegt. Sein bester Freund war der „Sippi“, mit dem er insbesondere nach dem Krieg viel erlebt hat. Wenn er in seiner Glanzzeit mal nicht in der Gesellschaft zugegen war, dann fehlte etwas. Leider konnte er seinen 85ten Geburtstag nicht mehr bei bester Gesundheit feiern. Vergessen wird man den „Sannersch Fretz“ in Heddesdorf nicht. Nach einem erfüllten Leben hat er uns am 08.04.2003 für immer verlassen.



Kleinmanns Bendel

Walter Kleinmann

 

(wohnhaft gewesen: Schmandstraße 11, Heddesdorf)

 

Warum der Walter Kleinmann „Kleinmanns Bendel“ hieß, konnte niemand sagen und dieser Spitzname blieb bis heute unerklärlich. Jedenfalls führte er den bäuerlichen Betrieb in der Schmandstraße, während und nach dem 2ten Weltkrieg, weil der Sohn des Bauern gefallen war. Dies setzte sich so fort, bis er schwer erkrankte und der Landwirt damit den bäuerlichen Betrieb aufgeben musste.

 

Das „Bendel“ ein Spitzname war, erfuhr der Autor erst, als er ihn mit diesem Namen rief. Flugs hatte „Bendel“ die Stielpeitsche in der Hand und zog ihm mit der Peitsche ein paar Striemen über die nackten Beine.

 

Ansonsten war „Bendel“ ein eher ruhiger, geselliger Mensch.

 

Das Foto zeigt ihn im Kreise von Heddesdorfern, die mit der Landwirtschaft und den Pfingstreitern zu tun hatten. Auf dem Bild sitzt er auf dem Stuhl links außen.



 

Sperber

Ernst Rockenfeller 

 

(wohnhaft gewesen: Schmandstraße 1a, Heddesdorf)

 

 „Sperber“ arbeitete wie die meisten der hier vorgestellten „Originale“ bei der Firma Rasselstein. Er war befreundet mit dem „Miesse Fritz“. Leider kehrte er aus dem 2ten Weltkrieg nicht zurück.

 

Auf dem Bild befindet sich der „Sperber“ als 3ter von links in der vorderen Reihe. Er träft eine sogenannte „Schlägermütze“.

Kaisersch Schnorres

Ernst Kaiser

 

(wohnhaft gewesen: An der Kirmeswiese 8, Heddesdorf)

 

Zuletzt war der „Kaisersch Schnorres“ mit seiner Frau als Küster der evangelischen Kirche von Heddesdorf tätig, weshalb man auch von „Glockenspielerkaisers“ sprach. Dies deshalb, weil es noch eine Dynastie Kaiser gab, wozu auch der „Häselsfärscht“ gehörte. Über den „Häselsfärscht“; ebenfalls ein Heddesdorfer Original; wird in dieser Reihe noch einzugehen sein.

 

Den Spitznamen „Kaisersch Schnorres“ hatte Ernst Kaiser wohl bekommen, weil er sich in gewissen Situationen wie folgt auszudrücken pflegte:

 

„Demm hann ich awer en Schnorres gedräht!“

 

Damit war gemeint:

 

„Dem habe ich aber eins ausgewischt!“

De Kussack

Wilhelm Leyendecker


(wohnhaft gewesen: Buhrgasse 5, Heddesdorf - Landwirt   -)

 

Den Spitznamen „Kussack“ hatte Wilhelm Rockenfeller seinen Reitkünsten zu verdanken. Auch er kehrte aus dem letzten Weltkrieg nicht nach Hause zurück.



Runkels Philippsche

Philipp Runkel

 

(wohnhaft gewesen: Hahnenstraße 10, Heddesdorf)

 

Philipp Runkel stammte von Rengsdorf. Von Beruf war er Postbeamter und sein Hobby war die Tierkunde und Metzgerei. Letzteres brachte er zur Vollendung als er in den vorgezogenen Ruhestand ging. Mit seinen Hausschlachtungen und der Tierkunde hatte er vollauf zu tun; insbesondere während und nach dem Krieg. Leider verstarb „Runkels Philippsche“ viel zu früh.



Schugs Ebbe

August Schug


(wohnhaft gewesen: Buhrgasse 7, Heddesdorf)

 

August Schug arbeitete bei der Firma Rasselstein, er war Mitglied im Industrieclub und bis zuletzt im Älteren-Tabaks-Collegium Heddesdorf (ÄTC).

 

„Ebbe“ wie er genannt wurde, war insbesondere dafür bekannt, dass er Kleinschlachtungen (Hühner, Kaninchen und alles was nicht schnell genug weg kam) während und nach dem letzten Krieg in den Haushalten vornahm. Insbesondere war er bei der Damenwelt angesehen, da diese Tätigkeiten bei Frauen nicht sonderlich beliebt waren und deren Männer während des Krieges nicht zu Hause, sondern im Krieg waren.

 

„Ebbe“ war also der „Mann für alle Fälle“. Dem ebenfalls in dieser Reihe vorgestellten „Runkels Philippsche“ war er kein Konkurrent, da dieser nur die „Großschlachtungen“ vornahm.

Steins Biene

Josephine Stein


(wohnhaft gewesen: Junkerstraße 45, Heddesdorf)

 

Es war früher so üblich, dass Frauen, deren Männer in den Firmen und Betrieben arbeiteten, einer anderen Beschäftigung nachgingen. Insbesondere war das in den Landwirtschaftsbetrieben so, die es in Heddesdorf gab.

 

Eine dieser Frauen war „Steins Biene“, die hauptsächlich im Bauernhof Leyendecker in der Peter-Siemeister-Straße 5 half. Sie war sehr lebhaft und wusste über jeden etwas zu berichten.

 

Wenn jemand etwas wissen sollte, dann sagte man nicht selten:

 

„Frag „Steins Biene“, die weiß das“.

 

Auf dem Bild ist sie mit ihrem Mann abgebildet. Die beiden führten eine glückliche Ehe.



Kromms Luij

Ludwig Krumm


(wohnhaft gewesen: Schmandstraße 6, Heddesdorf)

 

Ludwig Krumm war ein geselliger Mensch und als solcher gehörte er auch zu den Stammgästen in der Gaststätte „Kroog“ (heute Schneiders Dorfkrooch). Er war dort Mitglied eines Stammtisches von Männern etwa gleichen Alters. Die Stammtischler hatten immer eine so genannte „Lattenbank“ belegt; dort wagte sich kein anderer Gast drauf.

 

Der am 18.05.1875 geborene „Luij“ feierte sein 50jähriges Werksjubiläum bei der Firma Rasselstein am 01.03.1943. Während dieser langen Zeit war er im Block – und Stahlwerk beschäftigt. Zuletzt war er der erste Mann am Blockofen. Luji war Vater von insgesamt 8 Kindern. Das Haus in der Schmandstraße wurde später von einem seiner Enkel bewohnt

Höjersch Fritz

Fritz Höger


(wohnhaft gewesen: Dierdorfer Straße 82, Heddesdorf - Gärtnermeister -)

 

"Höjersch Fritz" ist der Gründer des Geschäftes „Floristik Höger“, das heute von seinem Enkel Ulrich Böhm geführt wird. Fritz Höger war ebenfalls Mitglied im Älteren Tabaks Collegium (ÄTC). Gleichfalls war er Mitglied im Kleingartenverein. Er züchtet Kleinvieh und suchte abends seinen Stammtisch bei „Maurers Toni“ auf. Fritz Höger war ein rundum geselliger Mensch.

DärSchmitze Will

Wilhelm Schmidt

 

(wohnhaft gewesen: Buhrgasse 3, Heddesdorf - selbständiger Dachdeckermeister - )

 

Übersetzt heißt „Därschmitze“ > Teer-Schmidt <. Sein richtiger Familienname lautet Schmidt. Der „Will“ war in den 30iger Jahren bei den Pfingstreitern.



Friedrich Wittlich

Friedrich Wittlich


(wohnhaft gewesen: Schmandstraße 10, Heddesdorf  - Schreinermeister -)

 

Friedrich Wittlich war Schreinermeister und hatte seine Werkstatt auch bei seinem Wohnhaus. Er war bei der Kundschaft genauso beliebt wie bei seinen Nachbarn. Darüber hinaus war er jahrelang Mitglied im ÄTC (Älteres-Tabaks-Collegium Heddesdorf). Seine Werkstatt und sein Anwesen  wurden später von seinem Sohn Alfred („Wittlichs Abbi“) übernommen. Der wiederum arbeitete noch viele Jahre in diesem Betrieb, bevor er später aus den Schreinereiräumlichkeiten das Heddesdorfer Museumsstübchen machte.

De Börjerwill

Willi Jonas

 

(wohnhaft gewesen: Grabenstraße 14, Heddesdorf, Gaststätte Bürgerhaus -Gastwirt -)

 

"De Börjerwill" hat ein Menschenleben lang die Gaststätte Bürgerhaus in der Grabenstraße geführt. Heute heißt der Wirt der immer noch beliebten Gaststätte Günter Schurr.

Dem allseits beliebten Willi Jonas gelang es aus einer verrufenen Gaststätte ein sogenanntes „Bürgerhaus“ aufzubauen, welches mit einem Saal und dem Außenbereich über die Grenzen von Heddesdorf hinaus, als gut bürgerliches Lokal bekannt wurde.



Metzgersch Michel

Michael Metzger

 

Heddesdorfer Berg, Frommpfad Ecke Weinbergstraße.


Der "Michel" wie er in Kurzform genannt wurde, war wegen seiner Tätigkeit auf dem Überfahrtsscheffelche über Heddesdorf hinaus bekannt. Er war ein geselliger Typ, der auch am Stammtisch in der Gaststätte Kroog auf der sogenannten Lattenbank saß und dabei sein Schnäpschen und Biere trank. Stammtischbrüder waren u.a. der Kromms Luij und der Althauses Wilhelm. Sie alle waren, wie man sagt, trinkfest. Später hat er dann einer seiner Söhne von den damaligen Mitpfingstreitern den Namen Michel bekommen, obwohl er Hans hieß.



Schicks Jääb

Jakob Schick

 

"Schicks Jääb" … Er war in Stadt und Land bekannt und immer gut gelaunt. Man sagte über ihn: „Dä hätt für jedes Debbche en Deckelche;“ Eine geregelte Arbeit war für ihn ein Fremdwort. Er erklärte das seinen Mitbürgern so: „Man muss sich nur begge, datt Geld leijt off der Stroß.“ Dabei hat er dann eine Dose oder eine Flasche aufgehoben und in seine Tasche gesteckt, die er immer bei sich trug. Er wohnte in der „Ahl Schull“, Grabenstraße 1, bis er starb. Mit seiner Frau hatte er vier Söhne, die alle einen Beruf erlernten.



Eiselts Günter

Günter Eiselt

 

geboren am 01.03.1932, war seine Kindheit und Jugend geprägt vom 2. Weltkrieg. Vater und Bruder waren an der Front und so war er gezwungen, als ganz junger Mann zum Unterhalt seiner Familie beizutragen. Einige Jahre gehörte er der Firma Rasselstein und später der Neuwieder Couvert Fabrik - bis zu seinem vorzeitigen Ruhestand - an.

Er war ein sehr geselliger Mensch, dessen Leidenschaft dem Karneval und dem Vereinsleben gehörte. Als Karnevalist war er vieles, vom Hofnarr bis zum Gardist in verschiedenen Vereinen, z.B. B.V.Grün-Weiss und KG-Alt Heddesdorf. Weiterhin pflegte er sein Vereinsleben im Gesangsverein „MGV Germania“ und der Rauchgesellschaft „Nie-Gedacht“.

Aber auch sonst war er überall dabei wo in Heddesdorf - seinem geliebten Heimatort - gefeiert wurde. Im besonderen Pfingstdienstag „ Vadderdach“ war für ihn der höchste Feiertag im Jahr.

In seinen letzten Jahren engagierte er sich für die Arbeiterwohlfahrt in Neuwied. Im Auftrag der AWO machte er Krankenbesuche im Altenheim und auch im Krankenhaus. Oft und gerne half er in der Altentagesstätte der AWO in Heddesdorf, verbrachte dort aber auch viele schöne und vergnügte Stunden.

Leider verstarb er viel zu früh am 07.02.1988 im Alter von 55 Jahren.

Lichtenthälers Heinz

Heinz Lichtenthäler

 

vom Volksmund auch „Heckewirt“ genannt.

"Lichtenthälers Heinz" führte in den 60er bis in die 70er Jahre hinein zusammen mit seiner Frau Lisbeth, die in der Reihe der „Originale“ ebenfalls vorgestellt wird, die Gaststätte Bürgerhaus in der Heddesdorfer Grabenstraße.

 

Aus der Ehe mit Lisbeth ging Sohn Franz-Josef, hinreichend als Lichtentälers Juppi in Erinnerung geblieben, hervor. Lisbeth, die vor der Ehe mit Heinz bereits schon einmal verheiratet war, brachte Sohn Georg Schott; auch „Schottegickel“ genannt; mit in die Ehe. Beide Söhne sind mittlerweile leider verstorben.

Heute würde man sagen, Heinz war eine Marke, der auch mal Fünfe gerade sein lassen konnte und auch ließ. Nicht selten kam es vor, dass er, natürlich ohne es voranzukündigen, ein paar Mark zusammenkramte, dann unbemerkt für ein paar Tage unauffindbar verschwand und weder von den Gästen noch seiner Frau gesehen wurde.

Heute noch lebende, ehemalige Gäste seines Lokals berichten, dass man sich nach dem alltäglichen Feierabend sputen musste, um noch einen Platz an der Bürgerhaustheke zu ergattern und sein Feierabendbierchen in überaus geselliger Runde genießen zu können. Ebenfalls nicht selten soll es geschehen sein, dass die vorwiegend männlichen Gäste insbesondere an den Werktagen in 3er und 4er Reihen vor der Theke standen. Kurzum bei Heinz war immer etwas los. In seiner Gaststätte beherbergte er viele Vereine; darunter auch das Ältere-Tabaks-Collegium, den MGV Germania und die Heddesdorfer Pfingstreiter.   Lichtenthälers Heinz galt bei seinen Gästen als äußerst beliebt.

Die heute noch lebenden „Alten“ erinnern sich gerne an die Zeit zurück, als der“ Heckewirt“ noch das Bürgerhaus betrieb!

Als er den Pachtvertrag mit „Jonase Willi“, dem Hauseigentümer, nicht mehr verlängerte, endete leider seine Ära im Bürgerhaus. Seine Ehe mit Lisbeth ging später in die Brüche. Danach heiratete er nicht wieder. Heinz wohnte bis zu seinem Tod in der Dierdorfer Straße.



 

Lichtenthälers Lisbeth

Elisabeth Lichtenthäler

 

... kurz "Lisbeth" genannt, führte zusammen mit ihrem Mann Heinz die Gaststätte Bürgerhaus. Siehe hierzu auch den Bericht zum „Original“ Lichtenthälers Heinz.

Lisbeth war genauso angesehen, wie ihr Mann Heinz, hatte nur ein wenig mit dessen „Eskapaden“ zu kämpfen. Denn wenn Heinz mal „auf Tour“ war, musste sie den Laden, sprich das Bürgerhaus, ja alleine betreiben, mehr oder weniger also für zwei arbeiten. Dies, so wird berichtet, schaffte sie jedoch mit Bravour. Lisbeth stand Heinz im Beliebtheitsgrad in nichts nach.

Es gibt Bildmaterial, auf dem Lisbeth auf einem Pony sitzend zu sehen ist. Im Allgemeinen, so dürfte der Leser jetzt denken, ist das für sich nicht ungewöhnlich. Wenn man aber dabei weiß, dass das Pony vor der Theke im Bürgerhaus stand, schon. Oft sah man sie in ihren Pantoffeln und der „Kiddelscherz“ hinter dem Tresen stehen. Auf dem Bild oben ist sie mit Maurers Heinz (links) und Eiserts Günter (rechts) zu sehen.

Die „alten“ Heddesdorfer erzählen, dass die Lisbeth und Heinz eigentlich D A S optimale Wirtsehepaar gewesen sind. De Laden brummte, wie man heute salopp zu sagen pflegt.

Nach der Zeit als Wirtin im Bürgerhaus und Ehefrau von Heinz, lebte Lisbeth mit einem Belgier namens Marcel, der aufgrund seiner Größe scherzhaft der „Belgische Riese“ genannt wurde, zusammen. Beide wohnten lange Jahre in der Hahnenstraße. Leider ist Lisbeth bereits seit längerer Zeit verstorben.

Rockefellersch Wiff

Wilfried Rockenfeller

 

Wilfried Rockenfeller war Heddesdorfer durch und durch. Man darf wohl mit Fug und Recht behaupten, dass er seine Heimat liebte. Damals wie heute werden, bzw. wurden viele Zeitgenossen mit einem Spitznamen bedacht. So geschah es auch Wilfried Rockenfeller. Liebevoll wurde er manches Mal De Nejerwiff“ genannt.

Dieser Spitzname wurde ihm wohl gegeben, weil er mehr als andere Zeitgenossen von der Sonne verwöhnt wurde.

Wilfried war immer äußerst gut gekleidet. Er arbeitete als Vermessungstechniker und war mit Elfriede Rockenfeller verheiratet. Er wohnte zusammen mit seiner Frau in der Theodor-Heuss-Straße. Frau Rockenfeller sei an dieser Stelle für die uns überlassenen Informationen in Text und Bild recht herzlich gedankt!

Geboren wurde Wilfried Rockenfeller im Mai 1921 in Heddesdorf. Im 2. Weltkrieg war er Pilot beim Sturzkampfgeschwader (Stuka / Ju 87). Er war Träger des „Deutschen Kreuzes in Gold“.

Er liebte die Malerei und hier insbesondere Federzeichnungen von Alt-Heddesdorf. Seine Bilder waren auch im Dorfmuseum von Wittlichs Abi ausgestellt. Wilfried Rockenfeller verstarb leider viel zu früh im Mai 1977 an einem Herzinfarkt.



Otto Kaiser

 

... lebte von 1906 bis 1993. Woher kommt aber der Spitzname „Häselsfärscht“?

Übersetzt heißt dieser Name „Hessels-Fürst“

Zuletzt lebte Otto Kaiser viele Jahre in der Straße Im Hessel und da er nicht ganz unvermögend war,  gab man ihm schnell den Beinamen „Fürst“ und fertig war sein Spitzname; in Heddesdorfer Mundart „de Häselsfärscht“.

Bevor Otto Kaiser in die Landwirtschaft wechselte arbeitete er zunächst als Schreiner beim Werk Rasselstein. Nach seiner Tätigkeit in der Landwirtschaft kam er über familiäre Verzweigungen in den Bimsabbau.

Otto hatte zwei Brüder (Emil und Erich) und war verheiratet mit seiner Frau Änni (geb. Schmidt). Aus der Ehe ging eine Tochter (Wilma) hervor. Otto Kaiser wird ebenso wie „Abbu“ als sehr geselliger, cleverer und manchmal auch auf eine Art spitzbübischer Zeitgenosse beschrieben, der sich gern unter „das Volk mischte“.

Da durften natürlich auch die Gaststättenbesuche nicht fehlen. Bürgerhaus, Krooch, Maurers Toni und die „Vierzehn A…. Backen“ sind eine Auswahl seiner bevorzugten Lokale. Er gehörte jahrelang als aktiver Sänger dem MGV Heddesdorf an.

Im leicht angesäuselten Zustand gab der Zigarrenliebhaber auch schon mal Lieder aus der Operette „Zarewitsch“, darunter auch das Wolgalied zum Besten.

Adolf Loosen


"Loosens Abbu"

 

„Abbu“ war wohl in Heddesdorf damals eine gebräuchliche Abkürzung für den Vornamen Adolf.

Ja … was gibt es über ihn kurz zu berichten?

Sein genaues Geburtsdatum konnte leider nicht mehr recherchiert werden, dürfte aber Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen sein. Er wohnte in der Grabenstraße, etwa gegenüber der heutigen Einmündung zur Junkerstraße. Mit seiner Frau Änne hatte er drei Kinder (Inge, Siegfried und Hannelore). Fraglich ist wo er genau beschäftigt war. Eine vage Vermutung geht in Richtung der Firma W&D. Diese Angabe ist jedoch nicht bestätigt.

„Abbu“ war ein sehr geselliger Mensch und umgab sich gerne mit seinen Freunden. Darunter zählten auch der „Schuthe Karl“ und die Göller-Brüder. Unser bereits am Anfang dieser Reihe vorgestellte Original „Schmehling“ gehörte ebenfalls zu diesem Freundeskreis. In den Heddesdorfer Gaststätten durfte auch er, so wie manch anderer in dieser Chronik Vorgestellte nicht fehlen. Noch heute erinnern sich die „Alten“ schmunzelnd über „Abbus“ kleine Späßchen.

So wurde untere anderem die Anekdote berichtet, nach der er einmal mit einer lebensgroßen Frauenpuppe im Bürgerhaus tanzte. Hierbei hatte er die Füße der Puppe an seine Schuhe gebunden und wagte so ein Tänzchen mit der Madame.

Leider viel zu früh verstarb „Abbu“ 1964, etwa im Alter von 60 Jahren.

Auf dem Bild sieht man ihn mit Zylinder auf einem Schaukelpferd sitzen.





 

„Korzze Harry“

 

… wurde 1936 als Harald Emil Kurz in Heddesdorf zu Neuwied (so wie er es wohl ausgedrückt hätte) geboren. Aufgewachsen ist er „em Gässje“, welches sich auch heute noch zwischen Spielplatz Tannenbergstraße / und Dierdorfer Straße befindet. Harry hatte noch zwei Geschwister, einen Bruder und eine Schwester. Nach der Schulzeit lernte er den Beruf des Floristen und wagte hier auch einen zeitbegrenzten „Sprung“ in die Selbständigkeit. Später arbeitete er u.a. im Garten- und Landschaftsbau. Er selbst hat(te) mit seiner Frau Uschi drei Kinder (Tina, Thomas und Heike). In seiner Jugend verbrachte er viele Jahre bei den Heddesdorfer Pfingstreitern. 1959 gelang ihm der Sieg beim Wettritt der Pfingstreiter am „Vadderdaach“. Auch nach seinem Ausscheiden aus den Pfingstreitern hielt er ständig Kontakt zu „seinen“ Pfingstreitern. Aber nicht nur dieses alte Brauchtum hatte es ihm angetan. Er war auch begeisterter Karnevalist. Als solcher sollte er einmal für seine 25 jährige Zugehörigkeit in einem Karnevalsverein und sein Engagement für den Karneval mit einem Orden geehrt werden. Zu dieser Ordensverleihung durch die Honoratioren der Stadt erschien er pünktlich am ausgewiesenen Ort und man höre und staune, sogar im schwarzen Zwirn. Als er nun geehrt werden sollte, lehnte er diese Ehrung ab. Es könne nicht sein, so propagierte er, dass die Stadt einer Beschwerde von einem nach Heddesdorf zugezogenen Ehepaar nachgibt, die gegenüber einer Dorfswirtschaft wohnen und dem Kneipier die Tanzmusik am Kirmes verbietet. Sprach's und verließ den Saal. In den 70er Jahren verdiente er sich seine Brötchen als Gastwirt im damaligen Pfingstreiterstübchen, einer damals durch alle Gesellschaftsschichten hinweg beliebten Kneipe. Gerade über Harry gäbe es noch viele Anekdoten zu berichten. Den Platz hierfür gibt unsere Festschrift jedoch nicht her. 1983, im Alter von gerade einmal 47 Jahren verstarb Harry plötzlich und unerwartet bei einem tragischen Verkehrsunfall. Wir hätten sicherlich noch viel Spaß mit ihm gehabt.

HARRAS

 

… der richtig Herbert Brücken hieß, war ein allseits beliebter Zeitgenosse.

Geboren wurde er im Jahr 1937 und besuchte später die Geschwister-Scholl-Schule. Nach Beendigung seiner Schulzeit verdiente er sich seine Brötchen als Maurer.

In den späten 50er Jahren war auch er, wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist bei den Pfingstreitern.

Seinem Dorf blieb er stets treu. Verheiratet war er nie und unbestätigten Angaben zu Folge hat er auch keine Nachkommen.

Stets bei guter Laune konnte man ihn, wie so viele andere auch, in so manchem Heddesdorfer Lokal antreffen. Damals florierte das Wirtshausgeschäft noch und das Gasthaus war Treffpunkt für das Feierabendbier in geselliger Runde.

Man könnte so manchen Schwank von „Harras“ berichten; belassen möchten wir es bei einem dieser Anekdötchen.

Er soll nach einem ausgiebigen Gaststättenbesuch und (zu) reichhaltigem Genuss des edlen Gerstensaftes in einem Neuwieder Krankenhaus aufgewacht sein. Als er sich bewusst wurde, wo er aufgewacht war und nun an sich herunterblickte, bekam er es wohl mit der Angst zu tun. Panisch soll er, so wie Gott ihn schuf aus dem Hospital davon gelaufen sein. Selbst eine attraktive Krankenschwester soll ihn nicht daran gehindert haben können.

Ted Herold besang einmal die Jungen, die zu früh von uns gegangen sind. Der Titel „Die Besten sterben jung“, trifft leider auch auf unseren lieben Freund Herbert Brücken zu.

„Eckersch Norbert“

 

 … war ein „liebenswerter Querkopp“. So könnte man ihn vielleicht am besten beschreiben.  Nobert war 1929er Jahrgang. Sein genaues Geburts – und Sterbedatum konnten leider nicht mehr recherchiert werden. Norbert Ecker war zwei Mal verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Eltern hatten in den 1950er Jahren in Neuwied ein Fahrradgeschäft. Norbert arbeitete bei W&D und lebte auch eine Zeit lang in Rengsdorf, bevor er wieder nach Neuwied zurückzog. Mit seiner zweiten Frau Gisela wohnte er im Schönblick auf dem Heddesdorfer Berg. In den Heddesdorfer Gaststätten traf man ihn hauptsächlich in der Dorfschänke, bei „Ruddebachs Edith“, im Krooch bei Ingelore und Bodo, sowie auch in den Gaststätten Bürgerhaus und Maurers Toni. Norbert war auch Mitglied im Älteren Tabaks Collegium Heddesdorf.  Leicht konnte man ihn an der Theke zum Knobeln „anstiften“. Mit von der Partie waren meist die üblichen Verdächtigen; darunter u.a.  „der Versicherungs-Hubert „ – „ Hubert eins, zwei, drei“, „Schenkels August“ und oft auch „Ruddbachs Edith“. Er ließ sich auch mit so manchem nicht ernst gemeinten Spruch seiner „Kontrahenten“ etwas necken und brauste so manches Mal auf, wobei er das zum Amüsement der Anwesenden, in der Regel mit einem Augenzwinkern tat. Norbert war ein belesener und gebildeter Mann. Meistens hatte er mit seinen Behauptungen Recht. Die von ihm „Belehrten“ zogen dann den Kürzeren und oft hörte man den Spruch „Der Ecker wäß doch eh alles besser“ …

Kurz bevor er plötzlich und absolut unerwartet starb, hatte er die Absicht in den Vorstand des „Alt – Heddesdorfer“ Straßenfestes einzutreten und mit seinem Engagement für ein Weiterleben dieses Festes zu sorgen. Der Tod ist ihm leider zuvor gekommen.

Tassilo (bübchen)

 

Tassilo Eulberg, wie unser folgendes Heddesdorfer Original mit richtigem Namen hieß, war ein lustiger und mitunter auch durstiger Zeitgenosse.

Sein Geburts – und Sterbedatum war ebenfalls trotz intensiver Recherche nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Er dürfte in den 30er Jahren geboren und in den 80er Jahren verstorben sein.

Tassilo war eines von zwei Kindern der Familie Eulberg. Die Eltern betrieben in der Peter-Siemeister-Straße  eine Baufirma. Die Familie wohnte auf der heutigen Berggärtenstraße

Tassilo war salopp gesagt „ein loser Vogel“, der in den Tag hineinlebte und sich um Morgen keine Sorgen zu machen schien.

Dazu passte auch, dass sein Respekt vor der bevorstehenden Ehe dermaßen groß zu werden schien, dass er kurz vor der standesamtlichen Trauung verschwand und sich fortan bei seiner Braut nicht mehr blicken ließ.

Irgendwann zog es ihn zur Fremdenlegion, wo er eigenen Angaben zu Folge einige Jahre „diente“, bevor er wieder nach Heddesdorf zurückkehrte.

Seine Mutter machte sich eines Tages Sorgen um ihren Sohn, da er schon einige Tage nicht mehr nach Hause gekommen war (übrigens keine Seltenheit bei  unserem Freund Tassilo) und wollte mit einem Telefonat bei der Polizei ihren Sohn als vermisst melden.                                          

Und so soll sich das Gespräch zugetragen haben:

Frau Eulberg: „Guten Tag, mein Tassilobübchen ist nicht nach Hause gekommen.

Beamter: „Wie lange ist ihr Tassilobüchen denn schon weg?“

Frau Eulberg: „Drei Tage“

Beamter: „Wie alt ist ihr Tassilobübchen denn?“

Frau Eulberg: “45 Jahre.“

 

Man kann sich vorstellen, dass das Amüsement bei dem Polizisten recht groß gewesen sein muss.

Tassilo schlug sich so durch sein Leben und behalf sich mit einigen Aushilfsjobs. So soll er bei einem seiner Arbeitgeber die Rasenkante schneiden. Man will ihn dabei beobachtet haben, wie er das mit einer  Nagelschere tat.

Die Älteren unter Ihnen mögen ihn gekannt haben. Er war stets mit einer Franzosenmütze bekleidet und trug eine Umhängetasche mit sich. Seine Geldbörse bestand aus einer leeren Nivea Dose. Mit dem darin manchmal spärlichen Inhalt kaufte er sich seine glasummantelten Bierchen in den Heddesdorfer Gaststätten. Das Leergut, hatte er immer in vorgenannter Umhängetasche, die dann natürlich auch zum Transport der gefüllten Flaschen diente. Tassilo „priemte“ für sein Leben gern. Was ist das fragen Sie sich? Nun ja, er brach sich eine Zigarette in der Mitte durch und legte die Hälften jeweils in die linke und rechte Backentasche. Das gesammelte Mundsekret wurde mit dem Tabak vermischt und das schien Tassilo besser zu „schmecken“, als den Zigarettenqualm zu inhalieren. Irgendwann wurde er dann nicht mehr gesehen und man sagt, der Alkohol könnte sich dabei  die Hände nicht in Unschuld waschen. Nach seinem Tod, so behauptete man später, soll in seiner Wohnung ein nicht kleines Lager an Leergut vorgefunden worden sein.

Übrigens: Leider konnte kein Bild von ihm mehr aufgetrieben werden. Damit sich die Leser aber vorstellen können, wie er in etwa ausgesehen haben mag, haben wir anstatt des Bildes eine kleine Zeichnung abgedruckt.

„Fuppe“

 

Helmut Müller

 

In diesem Jahr möchten wir sehr gerne unseren ehemaligen Vereinswirt Helmut Müller vorstellen. Wenn so etwas überhaupt nötig ist.

Stadtbekannt war und ist Helmut Müller unter seinem Spitznamen „Fuppe“, mit dem er auch ständig gerufen wurde. Woher dieser Name stammt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Seine Frau Lieselotte (Lotti) überließ uns freundlicher Weise ein paar interessante Daten über ihren leider am 21.08.2013 verstorbenen Mann. Helmut wurde am 21.12.1934 geboren. Mit seiner Frau Lotti hat er vier Töchter (Renate, Jutta, Brigitte und Petra). Er wohnte bis zu seinem Tode in der Peter-Simeister-Straße, neben dem ehemaligen Bauernhof Leyendecker.

Helmut war bei der Firmen Rasselstein, Bartsch und der Couvert-Fabrik beschäftigt.

Wie erwähnt, war er auch Vereinswirt der Heddesdorfer Pfingstreiter. Er bewirtschaftete von 1979 bis 1986 die Gaststätte Kroog, die später auch unter dem Namen Schneiders Dorfkrooch Bekanntheit erfuhr. Die Pfingstreiter wurden von Helmut und Lotti in den Jahren 1982 bis 1986 beherbergt. Spricht man mit den damaligen Pfingstreitern, dann fühlten sie sich in dieser Zeit sehr wohl im Krooch und pflegten ein tolles Verhältnis zu Helmut und Lotti. Mehr als einmal, so munkelt man, durfte, na ja – eher musste Helmut nach einer Mainacht oder einem Reisabend der Pfingstreiter die Ordnung im „Saale“ wieder herstellen. Gemeckert hat er eigentlich nie, höchstens einmal mit einem zwinkernden Auge den Zeigefinger gehoben.

Fuppe war ein sehr geselliger und lebenslustiger Mensch. Er war Mitglied in vielen Vereinen. Darunter zum Beispiel im Karnevalsverein, in der Spillvereinijung“, im Gesangsverein, im ÄTC und auch in einem Kegelclub.

Helmut war immer zu Späßen aufgelegt. Man konnte ihn stets um Rat und auch um Tat fragen, denn er war ein sehr hilfsbereiter Zeitgenosse. Nicht nur wir hatten gerne mit ihm zu tun. Er wird uns in stetiger Erinnerung bleiben.

„Schauflersch Werner“

 

Werner Schaufler

 

Werner Schaufler lebte mit seiner Frau Inge in der Peter-Siemeister-Straße 32. Dort betrieben beide eine Weinhandlung.

Geboren wurde Werner am 23. Mai 1928 und er ist am 06. Mai 2003 leider verstorben. Werner kann man getrost als geselligen und lebenslustigen Menschen bezeichnen. Auch er war Mitglied in einigen Heddesdorfer Vereinen. Darunter zeitweilig in der Karnevalsgesellschaft Alt Heddesdorf, sowie im Männergesangverein Germania und seit 1972 im Älteren Tabak Collegium Heddesdorf.

Werner hatte mit seiner Frau vier Kinder; Wolfgang, Ingelore, Waltraud und Brunhilde. Seine Gattin nannte er gelegentlich liebevoll „Plümmo“. Die Legende besagt, dass er im Zustand feuchtfröhlicher Geselligkeit einmal einen Mähdrescher gekauft haben soll. Die gleiche Legende besagt aber auch, dass das Kaufgeschäft am anderen Tage wieder rückabgewickelt wurde.

Im Rahmen des Alt-Heddesdorfer Straßenfestes, welches in den 90er Jahren sehr publik und besucherattraktiv war, setzen die damaligen Organisatoren drei Preise für die Heddesdorfer auf, die ihr Haus dem Ereignis und den Dorftraditionen am schönsten geschmückt hatten. Eine eigens zur Prämierung der „Häuserschmuckaktion“ eingesetzte Jury begutachtete die Anwesen und die drei Erstplatzierten erhielten einen Preis. An dieser Aktion beteiligten sich alljährlich auch Werner und Inge. Und was sollen wir Ihnen sagen, Schauflersch zählten immer zu diesen drei Gewinnern.

Die Pfingstreiter pflegten zu Werner und Inge immer ein gutes und freundschaftliches Verhältnis. Beim Verköstigen des edlen Rebensafts wurde im Hof von Schauflersch Werner manches Fläschchen geleert und manches Liedchen geträllert.

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